Dankgottesdienst in Weidach – Abschied und Dank

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge – so geht Pfarrer Josef Gomm in den Ruhestand. Die Pfarrgemeinde ist wie ein Mobile. Die einzelnen Teile sind beweglich. So wie auch eine Pfarrgemeinde beweglich ist. Mit dem Symbol des Mobiles kann die Spannbreite des Kircheseins aufgegriffen werden.
Das Mobile als ein Gleichnis für das Zusammenleben in der Pfarrgemeinde und für das eigene Leben. Soziales Engagement aus dem Glauben heraus sowie Liturgie und persönliche Gottesbeziehung, beides braucht seinen Platz und muss miteinander im Gleichgewicht stehen. Das Mobile wird in der Mitte oben gehalten. Es wird von Gott getragen und gehalten. Die Kirche soll lebendig und flexibel sein. Auch innerhalb der Pfarrgemeinde muss das Verhältnis von Freiraum für Engagierte und Einbindung in der Pfarrgemeinde zusammenpassen. Das Mobile zog sich als roter Faden durch den Dankgottesdienst am Sonntag – angefangen von Freude und Dankbarkeit über 18 Berufsjahre als Pfarrer in Weidach. Bis zum Abschied. Ruhestand heißt nicht Stillstand. Pfarrer Josef Gomm möchte im Ruhestand einen Gang zurückschalten. „Ein herzliches „Vergelt´s Gott“ für alles was war und was kommen wird.“ Als Dank erhielt er von der Pfarrgemeinde Weidach einen Stein „MÖGEN ENGEL DICH BEGLEITEN“. Ein Engel soll die Wege unserer Pfarrers Josef Gomm begleiten.

SEGNUNG DER PALMBOSCHEN UND DER OSTERSPEISEN

Aufgrund der momentanen Ausnahme-Situation und der staatlichen gesundheitsamtlichen Auflagen kann heuer manches nicht in der gewohnt feierlichen Form gehandhabt werden.

Wenn die Einzelnen ihre Palmboschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Kirche bringen (auch ihre Osterspeisen) und dann auch wieder abholen, dann lässt sich bestimmt der Sicherheitsabstand nicht einhalten und die Gefahr einer infektiösen Ansteckung wäre unverantwortlich.

Theologische Gründe sprechen für eine Notlösung:

– Gottes Segen reicht weiter als unsere „Reichweite“

– auch bei der Gräbersegnung am Allerheiligen-Nachmittag sind bei weitem nicht alle Gräber vom Weihwasser betroffen und trotzdem genauso gesegnet

– nicht das Weihwasser ist bei der Segnung entscheidend, sondern der Glaube und das Gebet des Segnenden und der Segen-Empfangenden

– als der Stammvater Jakob im Alten Testament auf dem Sterbebett seine Kinder segnete, hatte er auch kein Weihwasser zur Verfügung.

– wenn der Pfarrer am Ende des Gottesdienstes die Gläubigen segnet, dann „funktioniert“ das auch ohne Weihwasser

– momentan praktizieren wir das Betreten und Verlassen des Gotteshauses auch ohne Weihwasser und trotzdem mit Gottes Segen.

Deswegen wird heuer bei uns die Segnung der Palmzweige und der Osterspeisen folgendermaßen stattfinden:

– jeweils am Samstag um 16.00 Uhr (vor dem Palmsonntag und dem Ostersonntag), wo normalerweise schon der Sonntag eingeläutet wird

– da wird der Pfarrer in der Kirche (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) das Segensgebet sprechen und mit dem Weihwasser in alle Himmelsrichtungen alle Palmboschen und Osterspeisen segnen.

– Es wäre sinnvoll, dass alle in den Pfarreien zeitgleich ihre zu segnenden Gaben auf den Wohnzimmer-Tisch stellen, eine Kerze dazu entzünden und dabei ein Vaterunser beten.

So ist der Bogen des göttlichen Segens aus der Kirche in alle Häuser gespannt und damit hat Ihr Palmbüschel hinterm Wohnzimmerkreuz eine großartige Botschaft – das ganze Jahr über wird er uns an diese „historische Situation“ erinnern.